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GESELLSCHAFT F�R INGENIEURBIOLOGIE E.V.

Veranstaltungen der Gesellschaft für Ingenieurbiologie e.V. - Archiv

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03.09.2004

Jahrestagung 3. und 4.9.2004 in Lichtenfels

Bericht über die Tagung der Gesellschaft für Ingenieurbiologie am 3. und 4. 9.2004 in Lichtenfels

Revitalisierung kleiner Fließgewässer im Berg- und Hügelland
Gewässerstrukturverbesserung und Ausgleich der Wasserführung

Zur Begrüßung sprachen Herr Dipl.-Ing. Martin Grambow vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz und Herr Dipl.-Ing. Helmut Teltscher vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft Naturschutz und Umwelt. Beide wiesen auf die zukünftigen Aufgaben bei der Umsetzung der EU- Wasserrahmenrichtlinie hin und hoffen von der Ingenieurbiologie die Mitwirkung bei der Entwicklung praktikabler und kostengünstiger Lösungen.

Zu Beginn der Tagung wurde das Ziel  - der gute ökologische Zustand an einem Fließgewässer verdeutlicht und vor allem auf Aspekte der Gewässerstruktur, die Eigendynamik der Gewässer als wichtiger strukturverbessernder Prozess und auf die Notwendigkeit von Totholz im Gewässer hingewiesen (Dr. Paulus – GFG Mainz).

Dr. Buchholz (HYDROTEC Aachen) dämpfte die Erwartungen der Teilnehmer an die hochwasserrückhaltende Wirkung von Renaturierungsmaßnahmen. Um eine Hochwasserwelle deutlich abzuflachen seien sehr lange Renaturierungsstrecken erforderlich.

In den folgenden umsetzungsorientierten Vorträgen und in der anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass die Flächenverfügbarkeit eine unabdingbare Voraussetzung für wirksame Revitalisierungsmaßnahmen ist (Herr Kettnaker Thüringer Landesverwaltungsamt, Herr Meier – Bezirksregierung Detmold). Die Abstände zwischen intensiver landwirtschaftlicher Nutzung und Gewässer werden z.Zt. im wesentlichen durch das Pflanzenschutzgesetz und die Landeswassergesetze bestimmt. Herr Franke (Flurneuordnungsamt Meiningen) appellierte daran bei diesem Thema verstärkt mit der Landwirtschaft zusammenzuarbeiten und die Möglichkeiten der Flurneuordnungsverfahren zu nutzen.

Aus den vorgestellten Projekten wurde ersichtlich, dass die Strukturverbesserung an den Gewässern mit den vorhandenen Planung- und Bauerfahrungen der Ingenieurbiologie im wesentlichen gelöst werden kann und dass die vorgestellten Beispiele aus unterschiedlichen Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz) ähnliche Grundmuster aufweisen. In geeigneter  Kombination von heimischen Pflanzen, Totholz, Reisig und Naturstein werden abwechselungsreiche naturnahe Initialstrukturen geschaffen, mit denen an den verschiedenen Gewässern eigendynamische Prozesse angeregt und unterstützt werden ( Dr. Gerstgraser – Büro für Renaturierung, Dr. Nadolny – Büro ALAND sowie die Exkursionsbeispiele an der Föritz – Flurneuordnungsverband Thüringen und Rodach – Wasserwirtschaftsamt Bamberg). Hier ist ein neuer Schwerpunkt für die Ingenieurbiologie entstanden, der auf dieser Tagung zahlreichen Teilnehmern nahegebracht wurde. Manche traditionellen Bauweisen können in modifizierter Form statt zur Sicherung auch zur Strukturverbesserung eingesetzt werden. Als ein Beispiel wurde den Exkursionsteilnehmern an der Rodach ein neu gebautes Wolfsches Gehänge vorgezeigt.

In der von Herrn Binder – Bayerisches Landesamt für Wasserwirtschaft geleiteten Diskussion regte Dr. Hintermeier – Staatliches Umweltamt Sondershausen an zukünftig mehr Synergieeffekte bei Baumaßnahmen unterschiedlicher Maßnahmenträger am Gewässer zu nutzen.

Das Exkursionsbeispiel Rodach verdeutlichte bereits die Möglichkeit einer Kombination von Kiesabbau, Hochwasserrückhaltung und Tourismusförderung (Landesgartenschau).
(Rolf Johannsen)

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